Die Gründer und Leiter

Joseph Nyaga

ist Kleinbauer und Pastor, gebürtig aus dem Projektgebiet. Sein zupackendes Organisationstalent, die Art, auf Menschen zuzugehen und sich für sie einzusetzen, haben ihn zu einem allseits geachteten, geliebten und leider – so sagt seine Familie, viel zu beschäftigten Mitbürger gemacht.

In Eigeninitiative hat er sich auch vor Gründung des Green Paradise Project NOW unermüdlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. Seinem entschlossenen Handeln verdanken Menschen den Erhalt eines Areals in Mombasa, auf dem Hunderte Handwerker ihre Arbeitsstätten errichtet hatten, indem diese entgegen dem gefassten Regierungsbeschluss nicht eingeebnet wurden. Auch heute noch – 20 Jahre später, gehen die Menschen dort nach wie vor ihrem Broterwerb nach.

20 Lebensjahre verbrachte er in Mombasa und stellte aus Altmetall Öfen und Fütterungsanlagen her. Das Geschäft florierte. Bei den Unruhen 1989 evakuierte er aus eigenen Mitteln Menschen und deren Tiere aus dem sie gefährdenden Küstengebiet, indem er Transporte ins Hochland veranlasste und finanzierte.

Die Not aus Wassermangel beschäftigt ihn schon lebenslang. Wasser in seine Heimatgegend zu bringen, war bereits von Kind an sein Traum.
 
 

Sunya Nyaga

Die Welt muss besser werden. Aber wie?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ – Worte, die sich beweisen wollen.

Als mein Mann und ich das Wasserprojekt zu planen begannen, fiel mir folgendes wieder ein:

Erfolg mit Flüssigkeiten“ – diese mysteriösen Worte, die ich einst in meinem Horoskop las, schienen eher auf den Erfolg mit einem Getränkehandel hinzudeuten. Nomen est schließlich Omen, sollte sich tatsächlich bewahrheiten, aber ganz anders! Dieser Hinweis, – ob er mir den nötigen Schwung verliehen hat, selbst größte Hindernisse auf der Durststrecke bis zum ersehnten „Wasserzugang für alle“ zu überwinden?

Als philosophische Ideenfinderin, Schriftstellerin, Photographin, kam ich hierher, um meinem persönlichen Traum von Afrika nachzuspüren. Mir war von vornherein klar, dass er nicht in einer Luxuslodge der Masai Mara enden würde. Weil ich durch und durch Naturmensch bin, bin ich selbstverständlich auch dafür, dass Menschen aller Klassen und Arten derlei Safaris als kurzweilige, atemberaubende Möglichkeit nutzen, ihre, von der Zivilisation verbrauchten Batterien wieder aufzuladen. Aber ist dasjenige der Elefanten und Zebras, der Nashörner, der Löwen, der unendlichen Weite, das wahre Afrika? Ich meine, das wahre Afrika ist dieses, mit den Augen der Afrikaner gesehene. Es ist kein Konsumgut. Und es hat nie jemanden eingeladen, ihm das eigene Schicksal wegzunehmen. Dass es versucht wurde, hat es verdrossen gemacht und oftmals die Helfer frustriert und zornig.

Ich durfte mehrere Gesichter Afrikas kennenlernen. Eines davon hat mir besonders gefallen. Und so habe ich es behalten: als Heimat.

Seit zwölf Jahren bin ich mit meinem kenianischen Mann verheiratet. Seit siebzehn Jahren lebe ich in Kenia. Ich bin dort, inmitten der Gemeinschaft, sesshaft geworden. Aber ich bin immer noch ICH: ich trommle zwar, aber nicht exzessiv, noch habe ich mein Haus allzu voll mit unheimlichen Masken behängt. Ich finde, jeder soll seins hochhalten, dabei auch das Andersartige wertschätzen.

Wenn ich mich entschlossen habe zu helfen, dann nicht, wie manche vielleicht argwöhnen, wegen „Helfersyndrom“, sondern aus meinem ganz einfach lautenden Prinzip: Jeder Mensch sollte sich dort, wo er lebt, nach bestem Können einbringen. So gelingt es, dass schlimme Schicksale, anstatt dass sie von Fremden übernommen werden, sich wenden.